Notizbuch der Autoren

 

 

 

Notizen und Neues zu unserem Elsaß-Buch,
dazu eine Auswahl bewährter Adressen, die
ich immer wieder mit besten Freunden besuche.


von Cornelia Stauch

Colmar, Marché de la Place de l‘Ancienne-Douane (Oktober 2017). In der vor Jahren renovierten Markthalle (erbaut 1865) fehlt es immer noch an Charme und Patina, auch interessante Neuzugänge gibt es in der sterilen Halle mit dem grellen Licht keine. Bemerkenswerte  Ausnahmen bleiben der Käsestand von Jacky Quesnot und der Geflügelstand der Ferme Schmitt aus Bischoffsheim. Den kleinen Markt im Freien an der Place de l'Ancienne-Douane gibt es aber am Donnerstag­vormittag zum Glück immer noch. Allerdings fehlt mittlerweile der wunderbare Fischstand von André Lameille aus Dieppe mit Spitzenware aus der Normandie. Das Angebot des Nachfolgers Alfred Lauth aus Bischoffsheim ist leider kein gleichwertiger Ersatz.
Neu ist die Terrasse du Marché auf den breiten Treppen zur Lauch hinunter, an der Stelle wo ehemals die Markthändler mit ihren Kähnen in die Stadt kamen, um ihre Ware abzuladen. Ein fabelhafter Platz, der leider unter der kulinarischen Ausführung leidet. Die Terrasse wird vom gleichnamigen  Hallenrestaurant bewirtet – es werden touristengerecht nur Flammkuchen serviert. Wer ein ebenso ordentliches wie atmosphärisch anregendens Marktsrestaurant sucht, muß nach wie vor auf den Markt am Canal Couvert von Mulhouse fahren !

♦ Marché de la Place de l‘Ancienne-Douane
Rue de l’Ecole, 68000 Colmar, http://www.marche-couvert-colmar.fr
Öffnungszeiten: Täglich außer So und Mo
Di, Mi 8 – 18 Uhr , Do 7 – 18 Uhr
Fr 8 – 19 Uhr
Sa 8 – 17 Uhr
Spezieller Erzeugermarkt im Freien um die Markthalle, in der Rue des Vignerons und der Rue des Tanneurs:
Do 7 − 13 Uhr.

 

 

 


 

Aux Trois Poissons Colmar. Das Traditionshaus am historischen Quai de la Poissonnerie heißt schon seit zwei Jahrhunderten so. Einst gab es hier Berufsfischer, die den Namen von Quai und Gasthaus rechtfertigten – auch das Ockergelb der Fassade hat Tradition: Die Farben der elsässer Fachwerkhäuser  richteten sich einst nach den Zünften: gelb für Fischer, blau für Metzger, grün für Gemüsehändler und weiß für Gerber. So weit, so gepflegt, allerdings granatiert romantische Lage allein bekanntlich noch keine gute Küche. Bei den Drei Fischen gegenüber der Markthalle wäre Argwohn aber fehl am Platz. Das weiß auch der Halter des Kraftfahrzeugs oben – wahrscheinlich ein Stammgast, der hier nur leicht im Halteverbot und kurz über Mittag eingeparkt hat.
   Gilles Seiler hat das Gasthaus bereits 1991 von seinem Vater übernommen, mitsamt jenen Traditionsrezepten, die heute noch auf der Karte stehen wie la salade du pêcheur, la matelote au Riesling et nouilles fines d‘Alsace, la soupe de poissons „maison“. Unter der Woche mittags wird ein Menu Pêcheur serviert, zu mehr als preiswerten 26 Euro. Drei Fische, eine sichere Adresse, klassisch-bürgerlich im guten Sinne (10/2017). 

♦ Aux Trois Poissons (Gilles Seiler), 15, quai de la Poissonnerie, 68000 Colmar, 
Tel. 03.89.41.25.21. http://www.aux-trois-poissons.fr
RT: So, Mo.

 

 


 

 

L'Epicurien - Colmar: Das kleine Bistro-Resto, gleich bei der Markthalle um die Ecke macht vieles richtig: unkomplizierter Service, informelle Stimmung, gutes Essen, faire Preise, kein Firlefanz. Ohne Reservieren geht nichts. Über Mittag werden drei Tagesmenüs angeboten: du jour zu 16,50; du marché zu 16,50 und du chef zu 38 Euro. Da ist für jeden was dabei, darunter auch Klassiker wie geschmortes, gabelmürbes Rindfleisch in einer intensiven, aber nicht totreduzierten Sauce. Abends stehen kleine Gerichte zur Wahl (Kalbskopf, Terrine, Lamm mit gegrillten Tomaten). Große Weinauswahl, ein Dutzend Weine auch im Offenausschank, die allerdings nicht  günstig gepreist sind.
    Die tägliche Speisekarte hängt an der Wand, als Menu du Jour gab es neulich: Quiche au Thun als Vorspeise, als Hauptgang Entrecôte mit wok de légumes. Das Entrecôte war perfekt, soigneuse, wie es  Franzosen eben beherrschen, das Gemüse aus dem Wok hatte der Beikoch allerdings aus den Augen verloren, es war nicht gegart, sondern vergart. Hausgemachte Frites hätten besser gepaßt, aber wir sind ja nicht im Café de Paris. Alles war sehr großzügig portioniert, so mußte das Dessert leider ausfallen. Schade, das Sorbet mit den Ananas sah gut aus. (10/2017)

♦ L'Epicurien, (Noémie Mann, Nicolas Groell), 11, rue Wickram, 6800 Colmar.
Unbedingt reservieren: Tel. 03.89.41.14.50, http://www.epicurien-colmar.com
RT: So, Mo. Ferien im August

 

 

 


 

Föhnstimmung am Vogesenrand

Nôtre-Dame-de-Schauenberg, oberhalb Pfaffenberg (Oktober 2017). Heute ist ein herrlicher Herbsttag, es herrscht Föhn, mittags soll es bis zu 25 Grad warm werden. Zeit für eine kleine Wallfahrt zur Nôtre-Dame de Schauenberg bei Pfaffenberg an der Westflanke der Vogesen. Die Wallfahrtskapelle liegt steil über der Rheinebene auf 412 Meter Höhe, sie verspricht grandiosen Ausblick auf fünf Münstertürme: Straßburg, Freiburg, Breisach, Colmar und Basel – und am Horizont die Alpenkette.

    Pfaffenberg liegt dicht an der vierspurigen RN 83, von Süden kommend ist es einer der ersten schönen Winzerorte mit  prächtiger Pfarrkirche. Dennoch keine touristische Pflichtstation, Gueberschwihr und Eguisheim weiter nördlich ziehen mehr Rummel an. Wallfahrer nehmen den Stationsweg, sentier des oratires mit den Barockkreuzen. Die Route beginnt schon kurz hinter den letzten Häusern von Pfaffenberg, sie führt in knapp einer Stunde geradewegs den Berg hinauf bis zur Wallfahrtskapelle - leider ohne Sicht durch den Wald. Ich fahre auf dem aussichtsreichen Teersträßchen durch die Rebberge hinauf bis zum großen (Wander-)Parkplatz nicht weit von der Kapelle.
    Auf dem Schauenberg öffnet sich heute tatsächlich ein Gemäldeanblick ins Rheintal – allerdings ohne die versprochenen fünf Türme, auch ohne Alpenpanorama. Dafür erfreut den ganzen Tag, dem Föhn sei Dank, ein Himmelstheater. Die Schäfchenwolken verhalten sich wie im Wolkenkundebuch für Anfänger: Die Föhnwolken der Sorte ‚Altocumulus lenticularis’ - so heißen die mittelhohen Schäfchenwolken, nicht die rundlichen, sondern die eher linsenförmigen (Lenticularis = linsenförmig). Diese haben sich, ohne sich groß von der Stelle zu bewegen, in lockerer Reihe parallel zu den Vogesen aufgereiht. Nachmittags wird das Wolkentheater sogar noch besser, dann zeigt die Form Lentis, wie sie bei Segelfliegern heißen, was alles in ihnen steckt, Aufwind, Thermik.
    Schönen Blick ins Rheintal gibt es auch von den Wanderwegen oberhalb vom Kloster. Im lichten Eichenwald führen markierte Wanderwege, bequem die Höhe haltend am Hang entlang. Wenn während der Saison die Aussichtsplattform gut besucht ist, herrscht hier bald Ruhe, aber heute  ist sowieso wenig los. Das Klosterkiosk hat nur während der Sommersaison und an Wochenenden geöffnet, aber es hält mit der begnadeten Lage hier oben nicht ganz mit. So treibt es mich am Mittag wieder ins Tal nach  Gueberschwihr, wo mir das Bellevue in guter Erinnerung ist, das zu so einem Herbsttag passen könnte (vgl. unten).
    Auf dem Weinsträßle von Pfaffenberg nach Gueberschwihr nochmal ein phantastischer Blick ins Rebland und auf ein ganz interessantes Wolkengebilde, auch eine Lentiwolke. Sie hat sich hoch hinaufgeschraubt und sieht nicht mehr wie eine Linse aus, eher wie ein Stapel Pfannenkuchen oder ein Ufo. Das Eigentümliche: trotz der ab und zu recht kräftigen Fallwinde bleibt sie bemerkenswert ortsfest und steht wie festgeklebt am Himmel. Selbst in der steifen Brise scheint sie still zu stehen – eine stehende Luftsäule, die plötzlich sichtbar wird. Auf meinem Nachhauseweg schwebt über der Autobahn noch ein viel spektakuläreres Exemplar Altocumulus lenticularis – eine der schönsten Wolken. Anhalten und Fotografieren ging leider nicht - ein Sekundenwunder.
 

 

 

 


 

 

Pasteten & Bellevue in Gueberschwihr. Die Loge über dem Rebmeer liegt am Ortseingang von  Gueberschwihr. Bellevue heißt der einzigartige Aussichtsplatz mit Bewirtung, seit ein paar Jahren ist das Haus unter neuer Führung und alles wirkt seither ein wenig moderner: keine gerafften Vorhänge im Speisesaal, kein Tresen, an dem oft schon morgens ein paar Winzer und Handwerker vom Ort weilten. Aber ich wollte hier sowieso nur auf der Terrasse sitzen, eine Kleinigkeit essen, dazu ein Glas Bier und über das Rebmeer zum Schwarzwald staunen.
Der Plan geht auf, während sich Wandergruppen drinnen durchs Menu kämpfen – wegen meiner Herumtrödelei ist es schon halb drei – wird mir anstandslos ein Teller Crudités auf die Terrasse serviert, samt einer Terrine du Moment, heute eine sehr ordentliche Forestière. Macht zusammen 12,30 Euro, der grandiose Blick ist gratis. Also alles richtig gemacht.

♦ Restaurant Belle Vue, 29 rue des forgerons, 68240 Gueberschwihr
Tel. 03.89.49.31.09, www.bellevue-restaurant.fr
Faire Preise, Mittagsmenu 12,80. Jedes letzte Wochenende im Monat Karpfenessen.
RT: Mo und Di

 

 

 

 


 

Made for walking: Chelsea Boots und Heschung-Fabrikverkauf in Dettwiller

 

Ja, Geschlechter kommen,
Geschlechter gehen,
zwiegenähte Schuhe
 bestehen.
Börries v. Münchhausen (leicht modifiziert)

 

Chelsea Boots heißen die eng sitzenden Stiefel, die ohne Schnürsenkel oder Schnalle auskommen – nur mit elastischem Band am Knöchel und Pull-on-Schleife an der Ferse. Sie sind einfach, praktisch und passen eigentlich zu allem. Die Beatles trugen sie und die Stones – je nach Gusto mit kubanischen Absätzen oder aus Schlangenleder. Queen Victoria soll sie fast täglich getragen haben – Ihre wurden vom hauseigenen Schuhmacher gefertigt, der auch als Erfinder der Chelseas gilt. Meine stammen von der Firma Heschung, der einzigen elsässer Schuhmanufaktur.
Heschung hat als kleine Werkstatt in Dettwiller nordöstlich Straßburg angefangen. 1934 spezialisierte man sich auf Strapazschuhe für Wandern, Jagd und Sport, zwiegenäht, wasserfest und haltbar. Der Rennskiläufer Jean-Claude Killy, der aus dem nahen Sélestat stammt, gewann 1968 seine Goldmedaillen ‘in Heschung’. Längst ist die Heschung Kollektion brei­ter, eleganter und in Teilen auch modischer, damit auch interessant für Damen und Herren, die nicht täglich zur Jagd gehen! Rahmengenähte Stie­fel, aber auch lässige Loafer, Halbschuhe und Mokassins. Viele Modelle sind wie ehedem zwiegenäht, selbst manche Damenschuhe. Ein Loblied auf die Heschung-Verarbeitung, von der Schnüröse bis zur Gelenkfeder, singt manufaktum.de. Mittlerweile ist Heschung in vielen hochpreisigen französischen Modehäusern vertreten.
Deshalb lohnt sich eine Fahrt in diese reichlich entlegene Ecke, denn neben dem ganzjährigen Fabrikverkauf erfreut der günstige Aktionsverkauf (30-50 %), der mehrmals im Jahr in der nüchternen Verkaufshalle am Ortsrand von Dettwiller stattfindet. Ganz aktuell vom 10. bis 18. November 2017. Außerdem gibt es im Outlet von Roppenheim einen Heschung-Laden (A5, Ausfahrt Baden-Baden).

Bei der Reiseplanung berücksichtigen: In der Firma in Dettwiller wird die Mittagsruhe strikt eingehalten und in der näheren Umgebung fehlt ein Gasthaus für die Mittagspause. Dagegen gibt es – sofern es nicht Straßburg sein soll – zwei, drei sehr gute Adressen in Sélestat, Osthouse und auf dem Weg nach Offenburg. Bei gutem Timing und mit Einkehr wird der Einkauf bei Heschung zur Tagesfahrt.

Heschung (Magasin de Vente de la Manufacture Heschung), 67490 Dettwiller (40 km nw Straßburg), route de Saverne/2, rue de l‘Industrie, Tel. 03.88.71.99.96. Für die Sonderverkäufe ist eine Registrierung als Kunde notwendig: http://serviceclient@heschung.com
Ladenzeiten: Mo bis Fr 9-12 und 13.30-18 Uhr, Sa 9-18 Uhr.
Damen-, Herren- und Kinderschuhe aus eigener, französischer Produktion (erweitert um diverse Fremdmarken).
Ganzjährig günstige Fabrikpreise und zweimal im Jahr Aktionsverkauf mit Angeboten, die nochmals um 30 Prozent reduziert sind (im Spätherbst und im Juli, genaue Termine tel. erfragen).

Winstub Au Bon Pichet (Franck und Roland Barthel)
10, pl. du Marché aux Choux, 67600 Sélestat. Keine Homepage, keine Email-Adresse. Einfach anrufen: Tel. 03.88.82.96.65. Schlicht die beste gutbürgerliche Einkehr im Elsass.
RT: So, Mo-Abend. Preise: Günstig bis mittel.

À l'Aigle d'Or (M. et Mme Arbogast-Hellmann)
67150 Osthouse, 14, rue de Gerstheim (nahe der RN 83 Strasbourg-Sélestat), Tel. 03.88.98.06.82.
Typ: Gehoben bürgerlicher Landgasthof mit einer selten gediegenen Weinstube. Im Restaurant gehoben-regionale Küche. Angenehme Weinstube, dort günstiger Mittagstisch, Sa- und So-Abend Flammkuchen aus dem Holzofen. Gänseleberpastete zum Mitnehmen.
Preise: mittel -  gehoben.
RT: Mo-Abend, Di.

Au Pont de l‘Ill (M. und Mme Daull), 2, rue du Général Leclerc, 67610 La Wantzenau, Tel. 03.88.96.29.44, http://www.aupontdelill.com
Preise: mittel-hoch, preiswertes Mittagsmenu. RT: Sa-mittag, im August 3 Wochen geschlossen.
 
 

 

 


 

Les plus belles cocottes du monde
 

Fabrikverkauf StaubTurckheim: Seit 1974 produziert Staub wunderschöne Cocottes (Brat- und Schmortöpfe) aus emailliertem Gußeisen, außerdem Casserollen natur oder emailliert, Töpfe, Bräter und emaillierte Gußeisenpfannen aller Größen, auch Fonduegeschirr, Gratinierformen und klassische Gugelhupf-Formen aus Keramik. Namen wie Paul Bocuse, Haeberlin und Ducasse sind von Staubs Hartware  begeistert.Seit 2008 gehört Staub zur deutschen Marke Zwilling, dem Messer- und Scherenproduzenten aus Solingen (gegr. 1731; ebenso die französische Firma Fontignac, die auch Cocottes herstellt, dazu noch (Grill-)Pfannen und Woks). Die Produkte der drei Hersteller werden im Werksladen in Turckheim zum günstigen Fabrikpreis angeboten. Auch 2. Wahl – allerdings nur bei den Staub-Produkten. Für Koch- und Küchenfreunde eine Pflichtadresse. Noch dazu, wenn es Sonderangebote mit bis zu 50 Prozent Ermäßigung gibt. Die aktuelle Grande Braderie STAUB  findet vom 23. bis 25. November statt.
   
Das Prinzip der Cocottes: Der spezielle Deckel mit dem Edelstahlknopf hat innen kleine Dornen, an denen sich Kondenswasser sammelt und während des Schmorens immer wieder abtropft, das Kochgut trefflich benetzend. Ein Prozess, der für besonders saftiges und zartes Fleisch sorgt, Gemüse fällt nicht zusammen. Soviel Werbung muß sein – eine Cocotte ist nicht nur schön anzusehen, sondern läßt auch ohne lange Erfahrung Schmorgerichte und Eintöpfe meisterlich gelingen! Mitgeliefert werden ein paar kinderleichte Rezepte wie Osso Bucco oder Brathähnchen in Weißweinsauce.
    Probieren Sie es selbst: Man nehme ein ganz einfaches Poulet, es muß keines der gepriesenen (Bresse-)Hühner sein, sondern ein ganz normales regionales Poulet Fermier. Das gibt es im Elsaß auf allen Märkten zu kaufen, so z.B. auf dem Freitagsmarkt vor den Stadttoren von Turckheim. Hier könnte man bei der Geflügelferm Goettelmann gleich noch das in die Cocotte passende Huhn mitnehmen, ein feines Dinkelbaguette vom Biobäcker Turlupoain und vielleicht noch Nicoiser Oliven vom Händler aus der Provence. Auch dafür gibt’s bei Staub sehr hübsche Schälchen.
    Wer nicht selbst am Herd stehen möchte, kann sich so ein ‚poulet facon Francis Staub’ im Restaurant  Aux Armes de France in Ammerschwihr servieren lassen – mit feinen Frittes und grünem Salat (für zwei Personen: 50 Euro).

Staub, 2, rue St. Gilles, 68230 Turckheim. Öffnungszeiten: Mo bis Sa 10-12.30 und 14-18.30 Uhr. http://www.staub.fr, Tel. 03.89.27.77.71. An den drei Sonderverkaufstagen von 9 bis 20 Uhr durchgehend.

Aux Armes de France (Fam. Gaertner), 1, Grand` Rue, 68770 Ammerschwihr. Tel. 03.89.47.10.12, http://www.aux-armes-de-france.com  Faire Preise, günstiges Mittagsmenu (19 Euro) und Plat du Jour (11 Euro). Zum Mitnehmen: diverse Gänseleberterrinen. RT: Mi, Do.
 
 

 

 


 

Straßburg-Krutenau: Au Pain de Mon Grand-Père

 

Die Straßburger Krutenau liegt auf der weniger prominenten Seite der Ill, im gleichnamigen Univiertel. In den Cafés und kleinen Restaurants hier geht es viel lässiger zu als entlang der Touristenmeile zwischen Münster und Klein Venedig. Schön, daß hier einer der besten Bäcker des Elsaß praktiziert.
Die Bäckerei wurde 2002 von Patrick Dinel gegründet, einem ehemaligen Finanzvorstand der Luxusgütermarke LVMH (Louis Vuitton et al.). Mittlerweile gibt es Filialen am Place Gutenberg im Straßburger Zentrum, mehrere in der Straßburger Umgebung, in Colmar, Toulouse und Dijon. Weitere Ableger sind geplant.
Au Pain de mon Grand-Père im Krutenau-Viertel erinnert mit dem gemauerten Holzofen und dem Aroma von gebackenem Brot tatsächlich an alte Zeiten. Der Duft von frisch gebackenem Brot, das  Küchenparfum überhaupt, entwickelt sich am intensivsten bei Brot aus dem Holzofen, das bei hohen Temperaturen um 300 Grad gebacken wird.
Das Geheimnis eines wunderbaren Pain à l’ancienne ist keines: verwendet wird ausschließlich Biomehl, ohne Zusätze, wichtig sind lange Teigruhezeiten, gebacken wird an Ort und Stelle im Holzofen. Die verschiedenen Brote − Baguette, Dinkel- und Roggenbrot (pain de seigle), Croissant, Brioche, auch die vor Ort gebackenen Pizzen − alle Produkte sind zu empfehlen. Besonders die hellen Weizenbrote gehören zu den Feinsten. Kaufen Sie reichlich ein, Mitbringsel finden auch im Freundeskreis Absatz, außerdem läßt sich das Brot gut einfrieren.
Dinels Kundschaft steht jeden Morgen und Mittag Schlange, auch sonntags − dann aber nur bis mittag. Die Schlange gehört hier zum Straßenbild, das benachbarte Cabaret du Chat hat extra einen Aufsteller plaziert mit der Bitte, die Kabarettbesucher doch durchzulassen. (Novemver 2017)

Au Pain de Mon Grand-Père  http://www.aupaindemongrandpere.com
58, rue de la Krutenau, 67000 Strasbourg, Tel. 03.88.36.59.66.
1, rue des Hallebardes bei der Place Gutenberg.
Ladenzeiten: Di bis Sa 6-19 Uhr, sonntags 6-14 Uhr! Geschlossen: Mo, So-abend.

Die Filiale in Colmar: 63, route de Rouffach (an der großen Ausfallstraße vor dem Bahnhof links stadtauswärts). Tel. 03.89.20.06.42. www.aupaindemongrandpere.com. Di bis Fr 7-19 Uhr, Sa 7-18 Uhr, So 7-13 Uhr. Montags geschlossen.


Le Comptoir d’Eugène – ehemals:  Le Bistrot du Boulanger. Gegenüber Premium-Bäckerei hatte Dinel 2011 in den Räumen der izzeria Cinecittà, die in den 50er Jahren eine Arbeiterkantine war, gleich noch ein Bistrot im Pariser Stil des 19. Jh. eröffnet. Auf jedem Tisch stand eine Flasche Wein, die zum  sehr passablen Menu auch glasweise ausgeschenkt wurde. Im Frühjahr 2017 gab es einen Besitzerwechsel und seither ist hier wieder mehr Kantine, nicht Arbeiter, sondern Studierende, wie sie jetzt heißen. Im Gastraum hängt - inspiriert von der Tierparabel Eugène Ionescos - ein Rhinozeruskopf, der aktuelle Charly Hebdo liegt auch aus. Aber nicht nur die Dekoration und das Publikum hat sich geändert: im Ausschank sind nun acht verschiedene Biersorten der Marke Météor, der letzten unabhängigen Brauerei im Elsaß. (Zum Mitnehmen gibt es den ‚Growler Météor’, das 2l-Gebinde für 20 Euro.) Dazu werden Flammkuchen, Croque monsieur, Burger und andere kleine Gedecke rund ums Bier serviert, darunter eine feine Boudin (Blutwurst).
Sonntags wird im Comptoir in zwei Schichten gebruncht (So von 8-11 und 10 – 15 Uhr. 22 Euro). Das Brot kommt vom guten Bäcker gegenüber.

Bar/Brasserie Le Comptoir d’Eugène, 42 rue de Zurich, 67000 Strasbourg http://www.comptoir-eugene.fr. Gewirtet wird täglich von 8 bis 1.30 Uhr.
 

 

 

 


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